Informationen zum Lumenverlust bei LED-Anzeigen: Ursachen, Messwerte und wie man ihn verlangsamt

Wenn Ihnen schon einmal aufgefallen ist, dass Ihr LED-Display nicht mehr so hell ist wie früher, haben Sie den Lichtstromabfall (Lumen-Abfall) beobachtet. Dies ist eine normale, allmähliche Verringerung der Helligkeit im Laufe der Zeit. Die gute Nachricht: Zwar lässt sich dieser Abfall nicht vollständig vermeiden, aber durch die richtige Produktauswahl, solide Konstruktion und regelmäßige Wartung deutlich verlangsamen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die wissenschaftlichen Hintergründe verständlich und geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie die Lebensdauer und Bildqualität Ihrer LED-Bildschirme verlängern können.

Was ist der Lumenabfall bei LED-Displays?

Der Lichtstromabfall von LED-Displays ist der irreversible Helligkeitsverlust im Laufe der Zeit. Er entsteht durch die allmähliche Alterung der Kernkomponenten im Inneren der LED-Gehäuse durch Nutzung, Wärme und Umwelteinflüsse. Zu den betroffenen Bauteilen gehören:

  • LED-Chip (der Halbleiter, der Licht aussendet)
  • Phosphor (wandelt blaues oder UV-Licht in weißes oder andere Farben um)
  • Verkapselungsmaterial (Silikon oder Epoxidharz zum Schutz des Chips)
  • Leadframe/Halterung und Verbindungen (mechanische und elektrische Unterstützung)

Im Laufe von Tausenden von Stunden erfahren diese Materialien chemische und physikalische Veränderungen, die dazu führen, dass die LED weniger Licht abgibt – selbst wenn sie elektrisch noch funktioniert.

Lumenabfall bei LED-Anzeigen verstehen2

Wie messen wir es? Der L70-Standard

In der LED-Industrie ist die “L70-Lebensdauer” der gängige Richtwert. Sie beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Stunden dauert es, bis die Helligkeit der LED auf 70% ihres ursprünglichen Wertes abfällt? Bei hochwertigen LED-Displays kann die L70-Lebensdauer je nach Produktdesign, Betriebsbedingungen und Wartung typischerweise 50.000 bis 100.000 Stunden erreichen. Zum besseren Verständnis:

  • 50.000 Stunden ≈ 5,7 Jahre im 24/7-Betrieb
  • 100.000 Stunden ≈ 11,4 Jahre bei 24/7-Betrieb. Die tatsächliche Lebensdauer variiert, da nur wenige Bildschirme rund um die Uhr mit voller Helligkeit laufen und die Umgebungsbedingungen sehr unterschiedlich sind.

Was verursacht den Lichtstromabfall? Interne vs. externe Faktoren

Interne Faktoren (Komponentenebene)

  • Gitterdefekte im Chip: Winzige Unregelmäßigkeiten im Halbleiter wachsen mit der Zeit und wandeln Lichtenergie in Wärme statt in Helligkeit um.
  • Phosphoroxidation: Feuchtigkeit und Wärme können Phosphor oxidieren, wodurch seine Effizienz abnimmt und sich die Farbe verändert.
  • Vergilbung der Verkapselung: Einige Verkapselungsmaterialien (insbesondere ältere Epoxidharze) vergilben unter Hitzeeinwirkung und UV-Strahlung, absorbieren Licht und verringern so die Lichtausbeute.
  • Korrosion an der Halterung: Korrosion am Leadframe oder an den Verbindungsstellen erhöht den Widerstand und die Wärmeentwicklung und beschleunigt so den Verschleiß.

Externe (umweltbedingte und betriebliche) Faktoren

  • Temperatur (der wichtigste Einflussfaktor): Als Faustregel gilt: Jede Erhöhung um 10 °C kann den Lichtstromabfall verdoppeln. Eine hohe Sperrschichttemperatur ist der Hauptgrund für den Lichtstromverlust.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Feuchtigkeit beschleunigt Korrosion und Phosphorabbau, insbesondere in Küsten- oder tropischen Klimazonen.
  • Überstrom: Wird der Nennstrom von LEDs überschritten, erhöht sich die Helligkeit kurzfristig, aber die Alterung wird drastisch beschleunigt.
  • UV-Strahlung: Sonnenlicht oder UV-Quellen können Verkapselungsmaterialien und Oberflächenbeschichtungen zersetzen, was zu Vergilbung und Leistungsverlust führt.
  • Staubablagerungen: Staub isoliert Kühlkörper und Optiken, erhöht die Temperatur und streut das Licht, wodurch der Bildschirm dunkler erscheint.

Verständnis des Lichtstromabfalls von LED-Displays¹

Ein praktischer Leitfaden zur Reduzierung des Lichtstromabfalls

Intelligente Produktauswahl

  • Hochwertige Chipplattformen sind vorzuziehen: Sie bieten in der Regel eine bessere thermische Stabilität und ein geringeres Defektwachstum im Laufe der Zeit.
  • Entscheiden Sie sich für silikonverkapselte LEDs: Silikon ist deutlich beständiger gegen Vergilbung und UV-Schäden als herkömmliches Epoxidharz.
  • Verwenden Sie Konstantstromtreiber: Ein stabiler Strom reduziert thermische Spitzen und verhindert eine Überbeanspruchung, die die Alterung beschleunigt.

Best Practices im Bereich Design und Engineering

  • Verbessertes Wärmemanagement: Größere Kühlkörper, Leiterplatten mit hoher Leitfähigkeit (z. B. Aluminium- oder Kupfersubstrate), effiziente Gehäusebelüftung und intelligente Lüftersteuerung sorgen dafür, dass die Sperrschichttemperaturen im Rahmen bleiben.
  • Verbesserung des Schutzes vor Eindringen von Fremdkörpern: Für feuchte, staubige oder halboffene Standorte sollten höhere IP-Schutzarten, Schutzlackierungen und abgedichtete Kabelwege angestrebt werden, um Feuchtigkeit und Verunreinigungen fernzuhalten.
  • Optimieren Sie die Pixelansteuerung: Kalibrieren Sie Helligkeitskurven, implementieren Sie eine Leistungsreduzierung bei hohen Umgebungstemperaturen und vermeiden Sie unnötiges Übersteuern in hellen Umgebungen.

Tipps zu Betrieb und Wartung

  • Vermeiden Sie es, das Gerät über längere Zeiträume mit einer Helligkeit von 100% zu betreiben: Die meisten Anwendungen sehen bei einer Helligkeit von 40–70% optimal aus, insbesondere in Innenräumen. Allein dieser Schritt kann die Lebensdauer deutlich verlängern.
  • Reinigen Sie das Display regelmäßig: Eine sanfte, nicht scheuernde Reinigung entfernt Staub, der Wärme staut und die wahrgenommene Helligkeit beeinträchtigt. Beachten Sie die Reinigungshinweise des Herstellers.
  • Überprüfen Sie Stromversorgung und Kühlung: Kontrollieren Sie regelmäßig Lüfter, Filter, Netzteile und Temperatursensoren. Tauschen Sie defekte Komponenten frühzeitig aus, um Hitzeschäden zu vermeiden.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Lichtstromverlust ist unvermeidlich, aber beherrschbar. Man kann es sich wie Reifenverschleiß vorstellen: Fahrstil und Fahrbedingungen spielen eine große Rolle.
  • Die Hauptursache ist die Überhitzung. Die Sperrschichttemperatur lässt sich durch bessere Bauteile, ein optimiertes Wärmemanagement und sinnvolle Helligkeitseinstellungen senken.
  • Hochwertige Bauteile zahlen sich aus. Chips mit stabilen Substraten, Silikonverkapselung und Konstantstromtreibern bieten eine längere und gleichmäßigere Lebensdauer.
  • Regelmäßige Wartung ist wichtig. Halten Sie das System sauber, sorgen Sie für Kühlung und überprüfen Sie Stromversorgung und Lüfter.

Verständnis des Lichtstromabfalls von LED-Displays

Schlussfolgerung

Der Helligkeitsverlust von LED-Displays lässt sich nicht vollständig verhindern, aber deutlich verlangsamen. Setzen Sie auf hochwertige Komponenten, achten Sie auf optimale Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung, betreiben Sie das Display nach Möglichkeit unterhalb der maximalen Helligkeit und halten Sie Ihr System sauber und gut gewartet. Befolgen Sie diese Tipps, um die Lebensdauer und die Bildqualität Ihres LED-Bildschirms zu verlängern – und so Jahr für Jahr eine bessere Leistung und niedrigere Gesamtbetriebskosten zu erzielen.

FAQs

  • Bedeutet der Lichtstromabfall, dass meine LEDs ausfallen?
    Nicht unbedingt. Der Lichtstromverlust ist ein normaler Alterungsprozess. Die LEDs funktionieren weiterhin elektrisch, geben aber mit der Zeit weniger Licht ab.
  • Welcher L70-Wert ist für LED-Displays empfehlenswert?
    Für professionelle Displays gelten 50.000 bis 100.000 Stunden als guter Richtwert. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Umgebungstemperatur, Betriebsdauer und Wartung ab.
  • Kann eine Softwarekalibrierung den Lichtstromverlust beheben?
    Durch Kalibrierung lassen sich Farbe und Gleichmäßigkeit mit zunehmendem Alter der Module ausgleichen, die ursprüngliche Helligkeit kann jedoch nicht wiederhergestellt werden. Sie ist ein nützliches Werkzeug, aber keine Lösung.
  • Drinnen vs. draußen – wo verrottet alles schneller?
    Im Außenbereich sind Displays Hitze, UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Staub ausgesetzt und altern daher in der Regel schneller. Ein robustes Wärmedesign und hohe IP-Schutzarten sind im Außenbereich unerlässlich.
  • Wird die Lebensdauer durch eine Reduzierung der Helligkeit verlängert?
    Ja. Durch die Reduzierung des Ansteuerstroms werden die Wärmeentwicklung verringert und der chemische Abbau verlangsamt, wodurch Helligkeit und Farbstabilität über die Zeit verbessert werden.

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